Das Schulprogramm

3.7 Die Erprobungsstufe

„Die Erprobungsstufe dient der Erprobung, Förderung und Beobachtung der SchülerInnen, um in Zusammenarbeit mit den Eltern die Entscheidung über die Eignung der SchülerInnen für die gewählte Schulform sicherer zu machen.“ (Schulgesetz, § 13, Abs. 2)
Es gibt am Gymnasium Sedanstraße mehrere vorbereitende und unterstützende Maßnahmen, die den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium erleichtern sollen.
Der jährliche Informationsabend für die Eltern der GrundschülerInnen im November gewährt einen Einblick ins Schulleben und in das pädagogische Konzept unseres Gymnasiums. Informiert werden die Eltern im persönlichen Gespräch, durch unseren Flyer, mittels einer Mulitmedia-Präsentation und bei Rundgängen durch das Gebäude.
Am Tag der offenen Schule im Dezember können die GrundschülerInnen selbst an Schnupperunterricht und Mitmachaktionen in den verschiedenen Fachbereichen teilnehmen und sich Theater- und Musikpräsentationen anschauen.
Im Januar sind interessierte Kinder zusätzlich eingeladen, einen Tag lang in einer fünften Klasse zu hospitieren, um einen realistischen Einblick in den Schulalltag zu gewinnen.
Diese vorbereitenden Maßnahmen dienen als konkrete Entscheidungshilfen bei der Wahl der zukünftigen weiterführenden Schule.
Noch vor den Sommerferien findet der Kennenlernnachmittag statt. Die zukünftigen Fünftklässler lernen ihre neue Klasse und das Klassenlehrerteam kennen. Wir legen Wert darauf, dass die Klassenlehrer möglichst viele Stunden in ihrer Klasse erteilen, damit die SchülerInnen feste Bezugspersonen haben.
Die ersten zweieinhalb Tage des neuen Schuljahres dienen dem Kennenlernen und werden durchgehend vom Klassenlehrerteam begleitet und gestaltet. Diese sog. Fünfertage enden mit einem ökumenischen Begrüßungsgottesdienst.
Auch bei der Einführung in den Fachunterricht und in die komplexe Arbeitsweise des Gymnasiums wird auf einen sanften Übergang geachtet. Die ersten Unterrichtsreihen greifen auf das Vorwissen aus den Grundschulen zurück, bekannte Arbeitsweisen ermöglichen Erfolgserlebnisse und Angleichung. Eine unbenotete Eingangsdiagnostik verschafft dem Fachlehrer einen Überblick über den Leistungsstand sowie Hinweise für die Planung seines Unterrichts.
Im Bereich der individuellen Förderung werden im ersten Halbjahr der fünften Klasse während der Lernzeit z.B. Fragen der Arbeitsorganisation, der Anfertigung von Hausaufgaben, des Erlernens von Vokabeln und des Zeitmanagements besprochen. Auch wird gemeinsam erarbeitet, wie man sich auf Klassenarbeiten vorbereiten kann. Eine weitere Lernzeitstunde dient der Wiederholung bzw. dem Erlernen der Grammatik, weil die Zeit dafür an den Grundschulen oft fehlt, wie wir bei Kolloquien mit GrundschullehrerInnen erfahren haben. Die ersten Klassenarbeiten werden mit ausführlichen Kommentaren und Förderhinweisen versehen.
Ab dem zweiten Halbjahr suchen sich die SchülerInnen ihren Förderschwerpunkt selbst aus, es sei denn, sie werden einem DaZ oder NaWi-Kurs fest zugewiesen.
Zur individuellen Förderung zählt zudem das Angebot der Übermittagbetreuung. Hier bietet sich die Teilnahme an der Hausaufgabenbetreuung sowie an verschiedenen AGs aus dem sportlichen, musikalischen und künstlerischen Bereich an. Nicht zuletzt stellt auch der Besuch einer englischsprachigen Aufführung des White Horse Theatre, der Känguru- und Vorlesewettbewerb sowie das Herbstsportfest eine Form der Förderung dar.
Jährliche Methoden- und Medientage dienen dem Erlernen und der Festigung verschiedener Fähigkeiten, wie z.B. der Dokumentation, Präsentation, Recherche und Textverarbeitung.
Auch soziale Kompetenzen werden von Anfang an gefördert. Bereits in den ersten Wochen informieren die Medienscouts aus der Oberstufe über die Gefahren im Internet und bieten Hilfestellung im Fall von (Cyber-) Mobbing an. Im Laufe der Erprobungsstufe kommen Trainingseinheiten zur Gewaltprävention hinzu sowie der Besuch des Theaterstücks "Click it".
Wir pflegen den Kontakt zu den umliegenden Grundschulen. Neben dem Austausch bei gemeinsamen Erprobungsstufenkonferenzen laden wir auch zu Kolloquien ein.
Nicht zuletzt sei die Zusammenarbeit mit den Eltern erwähnt, denn sie sind die ersten und wichtigsten Erzieher und Vertrauenspersonen der Kinder. Während des Elternsprechtags oder auch bei einem individuellen Termin können sie intensiv beraten werden.
Eltern werden ausdrücklich dazu ermutigt, sich in Mitwirkungsgremien einzubringen und der Einladung zum Elterncafé zu folgen. Dies soll die Kommunikation innerhalb der Elternschaft und ein vertrauensvolles Verhältnis der Eltern zu den Lehrkräften fördern, wovon wiederum die Kinder profitieren.