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Fair Future - Der ökologische Fußabdruck

Wuppertal. - Am Donnerstag den neunten Februar 2012 fand im städtischen Gymnasium Sedanstraße die geographische Veranstaltung „Fair Future – Der ökologische Fußabdruck“ statt.
Zu Beginn der Veranstaltung zeigten der Greenpeacemitarbeiter Holger Chron und sein Kollege den Schülerinnen und Schülern, wie viele Menschen in den Entwicklungsländern leiden müssen nur weil wir über unsere Verhältnisse leben. Sie stellten dies dar, indem sie die Schülerinnen und Schüler aufstehen ließen, welche in den Monaten Juni, Juli oder August geboren worden sind. Diese
sollten nämlich die Personen aus den Industrieländern darstellen, welche ziemlich wohlhabend sind und zugleich die Minderheit der Weltbevölkerung bilden. Die anderen Schüler standen für die armen Menschen aus den Entwicklungsländern.
Anschließend zeigten sie, dass man den Planeten auch gerecht aufteilen könnte. Zwar sind nicht alle 52 Mrd. ha bioaktiv, aber immerhin 13, 6 Mrd. ha, welche für die Versorgung der Menschen dienen könnten. Wenn diese fair verteilt worden wären, könnten 12 Mrd. Menschen ernährt werden. Auf der Erde leben allerdings nur 7 Mrd. So hätte jeder Mensch ein Recht auf 2 ha dieser Fläche. Wenn man dann noch 0,4 ha an die Naturvielfalt abgeben würde, blieben jedem noch ganze 1,6 ha. In der Realität allerdings sieht dies anderes aus. 18% der Weltbevölkerung besitzen 80% der Erde. Deutschland allein hat schon einen ökologischen Fußabdruck von 4,2 gha (Globalhektar), während Indien dagegen nur einen von 0,8 ha hat. Jede Fläche, die wir mehr beanspruchen fehlt einem anderen.
Wie kann man aber den ökologischen Fußabdruck verkleinern? Dies wurde den Schülerinnen und Schülern in einer fünfunddreißig minütigen Multivisionpräsentation gezeigt. Um die Verkleinerung
von diesem auch wirklich zu realisieren, muss aber auch viel getan werden. In den letzten Jahren hat sich der Verbrauch von Rohstoffen nämlich verdoppelt. Pflanzen, Bäume, Rohstoffe und die Umwelt sind übernutzt worden. 1 Mrd. Menschen hungern und 5 Kinder pro Sekunde sterben auch wenn sich alle Menschen eigentlich selbst ernähren könnten. Die Nahrungsmittelkonzerne exportieren nämlich die in Entwicklungsländern angebaute Nahrung in Industrieländer. Oft wird die vorhandene Nutzfläche auch für den Baumwollanbau genutzt, damit wir uns Klamotten leisten können.
Die Übernutzung der Ressourcen spürt man sehr, da sie eine enorme Auswirkung auf den Klimawandel haben. Alles was man heute tut, kommt auf die nächste Generation.
Durch Verbrennung von Erdöl steigt CO2 in die Luft und führt zur Erwärmung der Luft und der Meere. Dies führt oft zur Überflutung der Küstenregionen, wodurch viele Menschen sterben, da sie nicht umgesiedelt werden können. Vor allem die armen Menschen in den Entwicklungsländern sind davon betroffen auch wenn sie nicht an der Umweltverschmutzung beteiligt sind.
Mit Hilfe eines ökologischen Fußabdrucks wurde den Schülerinnen und Schülern dargestellt, wie viel wir in den Industrieländern verbrauchen. 35% dieses ökologischen Fußabdrucks gehen auf Ernährung, 25% auf Wohnen, 22% auf Mobilität und 18% auf sonstigen Konsum. In allen vier Bereichen könnte man den Verbrauch senken. Man muss zum Beispiel nicht jeden Tag Fleisch essen. 24 Milliarden Tonnen Soja werden in Brasilien angebaut, damit wir hier Viehfutter zur Verfügung haben. Auf dieser Fläche könnte man auch etwas anderes anbauen, so dass die Menschen dort nicht hungern müssen. Brasilien hat nämlich eine größere Anbaufläche als die USA und trotzdem ist die Hungerrate in diesem Land sehr hoch. Auch für die Umwelt ist unser Konsumverhalten sehr schädlich. Jede Schnitte Brot die wir essen zerstört einen Teil des Regenwaldes. In 30 bis 40 Jahren ist dieser total verschwunden.
Durch den Kauf von fair gehandelten Produkten muss man auf den Konsum nicht verzichten und hilft den Menschen in den Entwicklungsländern trotzdem. Die Bauern arbeiten bei diesen Produkten unter fairen Bedingungen. Sie haben einen besseren Lohn, Medizin, die Kinder können zur Schule gehen etc. Die Lebensbedingungen der Bauern verbessern sich durch Fair Trade Produkte. Außerdem sollte man auch darauf achten, dass nicht so viel Nahrung im Müll landet ohne
verdorben zu sein.
Auch modische Billigklamotten führen zu einem größeren ökologischen Fußabdruck. Die Menschen in China zum Beispiel stellen diese Klamotten unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen
und für sehr kleine Löhne her. Der Preis zählt hier nur, nicht die Arbeitsbedingungen. Für ein Paar Schuhe, welche in Industrieländern 100€ kosten benötigt man nur 8€ für die Produktion. Die Arbeiter in China bekommen nur 40ct. Aus diesem Grund sollte man auch bei Klamotten darauf achten, dass diese fair gehandelt sind.
Durch die Verminderung des CO2 Ausstoßes kann man den ökologischen Fußabdruck auch verkleinern. Vor allem beim Flugverkehr wird sehr viel CO2 ausgestoßen. Der ökologische Fußabdruck ist zum Beispiel 10 mal höher bei einem Flug von Berlin nach Wien zum Beispiel als bei einer Bahnfahrt.
Die Multivisionpräsentation zeigte den Schülern des Gymnasiums Sedanstraße viele Möglichkeiten, wie sie ihren ökologischen Fußabdruck vergeringern können und so den armen Menschen in Entwicklungsländern helfen können.
Im Anschluss zur Präsentation konnten in einer Diskussion Fragen gestellt werden und Meinungen zur Situation geäußert werden. Insgesamt kann man sagen, dass die meisten Schülerinnen und Schüler die Problematik eingesehen haben und über die Situation ziemlich erstaunt waren, da ihnen einiges noch nicht so bewusst war. Nur sehr wenigen war es egal, dass die Menschen in den Entwicklungsländern auf Grund von unserem Überschuss leiden müssen. Ihrer Meinung nach kann man an der Situation nichts ändern. Fair Trade Produkte, welche den Menschen helfen können, sind für sie zu teuer.
An dieser Veranstaltung nahmen auch alle Erdkundelehrer teil.

Alexandar Savić, LK EK 12 (Blank)



                                                                             

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