Fotos & Aktivitäten

Ausflüge & Klassenfahrten

Skikurs

Skikurs? Wo soll ich da bloß anfangen? Nun, am Anfang schätze ich, aber die Busfahrt war nur der erste Anfang. Unabhängig von der Länge der Fahrt waren alle glücklich über die Zeit, die wir alle zusammen verbringen würden. Als endlich alle Koffer verstaut waren und die allgemeine Hektik im Bus verflogen war, begann die außergewöhnliche Reise, die uns alle auf eine zuvor undenkbare Weise verbunden hat…

Der erste Tag ging ziemlich schnell vorbei, bis wir im Hotel ankamen und unsere Zimmer eingerichtet hatten. Für viele Schüler- mich eingeschlossen- war das Gefühl, 10 Tage nicht mehr zu Hause zu schlafen, unbekannt und zudem unangenehm. Glücklicherweise verbesserten Freunde, die keine fünf Schritte entfernt waren, die anfängliche Situation des Unbehagens. Auch beim Abendessen lockerte sich die Stimmung, aus allen Ecken spürte man die Vorfreude aufs Skifahren.

Somit begann der Zweite Anfang, das erste Mal auf Skiern in Österreich. Nach dem ellenlangen Skiverleih und der Gondelfahrt wurden anfängliche Ängste durch Adrenalin und das „Elefantenlied“ verdrängt. Es war ein unglaubliches Gefühl, auch wenn wir mit kurzen Hängen begonnen hatten. Obwohl wir nach Können und Schnelligkeiten eingeteilt wurden, ließ sich der Spaß nicht teilen. Tag für Tag verbesserten sich die Leistungen der Schüler, bis es schließlich hoch hinaus zur Endstation ging.

Da alle guten Dinge drei sind, Anfang Nummer drei: Die Stufengemeinschaft. Angefangen hat es mit den Klassenabenden, die alle von jeweils einer Klasse organisiert wurden. Der Klassenabend der 9A fand als erstes statt; eine Ansammlung von Minispielen, die alle Klassen- und natürlich die Lehrer- in Teams bestreiten mussten. An diesem Abend war es vielleicht laut, doch jede Klasse bewies Teamgeist und Gemeinschaft und das machte diesen und die folgenden Klassenabende besonders.

Als Nächstes folgte der Abend der 9C, die das traditionelle und beliebte Spiel Capture The Flag wieder aufleben ließ. Allein das Suchen der Flaggen als Einheit war schon ein tolles Gefühl, doch das alles nachts unter den Sternen zu veranstalten, wurde zu einem weiteren unglaublichen Erlebnis. Und am Ende waren auch die Ergebnisse unwichtig, es ging nur um den Spaß und das gemeinsame Arbeiten am Sieg.

Zuletzt bestritten wir am Klassenabend der 9B eine gruselige Schnitzeljagd im Schnee. Die Klassen wurden in zwei Teams eingeteilt und mussten den Weg zum Lagerfeuer finden. Durch die Nacht und erschreckend gruselige Einlagen der Klasse B erschwerte sich die Schnitzeljagd, doch schließlich fand jedes Team zum Treffpunkt. Am warmen Lagerfeuer wurde Musik gehört, Stockbrot gemacht und gefeiert, nicht weil eine Klasse gewonnen hatte. Nein, wir feierten, weil die Freude am gemeinsamen Skikurs größer war, als jeder Sieg.

Schade war nur, dass das Wetter nicht wirklich mitspielte- Erinnerungen an Wuppertal, obwohl es nicht regnete, sondern schneite und das durchgängig bis zum letzten Tag. Schnee war zwar wichtig zum Skifahren, aber zu viel war eine Einladung zur Landung im Tiefschnee. Somit waren nicht nur Skifahrer festgefahren im Schnee, sondern auch diverse Skier, die dadurch verloren gingen. Und doch, obwohl uns der Schnee ins Gesicht klatschte und die Sicht versperrte, wollte man Skifahren. Es war der Drang Pisten zu fahren, die man sich eine Woche zuvor nicht mal durch geschlossene Augen angesehen hätte. Der Kick hielt die ganze Zeit an, er schwächte nicht ab wenn man fiel oder sich verletzte, er wurde nur stärker. Sodass selbst die Schüler, die von Anfang an nicht wollten, schließlich auf Skiern standen. Schließlich waren wir alle hergekommen um Ski zu fahren.

Als wir dem Ende näher kamen, was wir alle bedauerten, verkündeten die Lehrer Drei Dinge, die uns noch mehr zusammenarbeiten ließen. Eine Fotochallenge, ein selbstorganisiertes Klassenfoto, für Zusammenhalt und Kreativität. Ein Song, der Eindrücke und Momente des Skikurses wiedergeben sollte. Und der Discoabend, der die Gewinnerklasse ankündigte nachdem die Songs präsentiert wurden. Jede Klasse schrieb individuelle und sehr kreative Texte. Selbst die Lehrer hatten ihre Performance mit einer Parodie von Y.M.C.A. von Village People, genannt „9ABC“. Es folgte die Klasse9A mit einem Rap über die Skifahrt und die Lehrer. Hier ein kleiner Auszug:

Obwohl vor der Piste ganz in Angst,
Musst du zeigen was du kannst.
Mit dem Dreieck angefangen
Davor muss wohl keiner bangen.
Erst die Gondel, dann der Lift
Dies der Schnee nur übertrifft.
Das Wetter sehr wechselhaft,
Weshalb nicht jeder die Abfahrt schafft.

Weiter im Programm folgte die 9B mit einer sehr amüsanten Parodie des beliebten Schlagerlieds Atemlos von Helene Fischer. Hier ein Auszug von dem Ohrwurm garantierenden Song:

Skifahren ist so geil,
Keine Piste ist zu steil
Skifahren bis ins Tal,
Keiner hat Angst vor dem Fall
Skifahren geht so leicht,
Bis es einem nicht mehr reicht
Skifahren gibt dir Macht,
Glaub an dich, du hast die Kraft

Und als letztes, aber definitiv genauso gut performt und getextet, die 9C mit einer Parodie von
An Tagen wie diesen:

Ich wart seit Jahren auf diese Woche
Und tanz vor Freude durch den tiefen Schnee
Als wärs ein Rhythmus, als gäbs ein Lied
Das mich immer weiter durch die Alpen zieht
Kommen uns entgegen, uns abzuholen,
wie ausgemacht

Der Discoabend war definitiv das große Highlight, Tanzen, Singen und einfach nur Spaß. An diesem Abend war es egal was vorher passiert ist, es ging nur darum zusammen die Tanzfläche zu rocken. Selbst die Lehrer wurden bei der Musik schwach und fingen einfach an zu tanzen. Wir waren keine drei Klassen mehr, wir waren eine gemeinsame Stufe.
Als es dann zur Siegerehrung kam, welche Klasse den besten Abend, das beste Foto und den besten Song hatten, waren alle gespannt auf das Ergebnis, aber Rivalität war noch unter dem Spaß verdeckt. Am Ende befand sich die 9C auf dem dritten, die 9B auf dem zweiten und die 9A auf dem ersten Platz. Nach der Siegerehrung waren nur noch die Klasse 9A und die Lehrer in der Disco, aber der Abend war noch lange nicht vorbei. Wir alle wollten so viel wie möglich genießen, da wir wussten, dass es unsere letzte Chance sein würde. An Schlaf war gar nicht zu denken, doch schließlich mussten wir ins Bett, da die Rückfahrt eine lange Fahrt sein würde.

Und damit wären wir am Anfang vom Ende angekommen, der Rückfahrt. Die Rückfahrt verlief genau so hektisch wie die Hinfahrt, wenn nicht sogar hektischer. Es wurde gequatscht, Erinnerungen wurden ausgetauscht und bereits Wünsche auf eine neue Skifahrt geäußert. Das wäre ein Punkt, dem wir alle zustimmen würden, den Skikurs würden wir alle noch mal erleben wollen. Es ist viel passiert, und viel wird in unseren Gedächtnissen bleiben, doch eine Sache hat sich auf ewig dort eingebrannt, das berühmt-berüchtigte Elefantenlied.

Was müssen das für Bäume sein, wo die großen Elefanten spazieren gehen
Ohne sich zu stoßen
Links sind Bäume, rechts sind Bäume, in der Mitte Zwischenräume
Wo die großen Elefanten spazieren gehen
Ohne sich zu stoßen.

Im Namen der ganzen Stufe 9 wünsche ich den jetzigen Achtern und baldigen Neuntklässlern eine unglaubliche Skikursfahrt, so wie wir sie erlebt haben- vielleicht, aber auch nur vielleicht auch eine bessere.


Kenza El Fassi, 9a.



                                                                                                                                                                                 

Zur Kategorie-Übersicht